Wer ist die European Civic Education Foundation (ECEF)?
ECEF arbeitet als „Think Tank“ und „Enabler“ im Rahmen von: Demokratie lernen, Antirassismusarbeit, Aggressionsbekämpfung, wie auch lebenslangem, interkulturellem und sozialem Lernen. Die Mitglieder stammen aus verschiedenen europäischen Ländern. ECEF wurde als Non Profit Stiftung 2006 gegründet und hat seinen Sitz in Veresegyház bei Budapest.
Woran arbeitet die European Civic Education Foundation?
“Wir werden alle nicht als Demokraten geboren”, betonte UNO Generalsekretär Kofi Annan in einer seiner Reden. Er meinte damit, dass die Menschen in ihrer evolutionären Entwicklung generell auf ein autoritäres, bzw. hierarchisches Verhalten getrimmt wurden. Das Wissen um die Vorteile demokratisches Verhalten und der analoge Anspruch auf Gleichheit und Gerechtigkeit für jeden einzelnen Erdenbürger ist phylogenetisch gesehen eine völlig neue Entwicklung.
Die damit verbundene Frage, wie man eine Bewusstseinsveränderung im Hinblick auf eine Erweiterung und Vertiefung demokratischerem Verhaltens herbeiführen kann bewegt Europa und bewegt auch uns. ECEF erarbeitet dazu neue Methoden und Konzepte für das (gehirngerechte) Lehren und Lernen demokratischen Verhaltens. ECEF erforscht und erprobt innovative Lösungen in Bezug auf die sozialen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen in der Welt. ECEF berät diesbezüglich die Bildungslandschaft und implementiert neue Methoden im Rahmen des formalen und informalen Lernens.
Wie arbeitet die European Civic Education Foundation?
Was kaum bekannt ist: Junge Menschen müssen demokratisches Denken und Handeln genauso erst erlernen, wie auch das Schreiben, Lesen und Rechnen. Mittels der Methode des “Implizit sozialen Lernens” erarbeitet man sich den nachhaltigen Erwerb von: „civic virtues, civic skills und civic knowledge” und damit die Grundlage für sozial kompetentes, demokratisches Handeln. Reziprok gesehen vermindert sich dadurch das Aggressionspotential, weil die cerebrale Kontrollfähigkeit dadurch eine Verbesserung erfährt. Kurz gesagt: wir versuchen durch die Stärkung der sozialen und emotionalen Intelligenz, das “Glücklichsein”, bzw. die Zufriedenheit des Einzelnen zu verbessern. Was wiederum Ängste mildert und die analoge Aggressionsbereitschaft herabsetzt.
ECEF erarbeitet dazu neue Methoden und Konzepte für das (gehirngerechte, soziale) Lehren und Lernen demokratischen Verhaltens. ECEF erforscht und erprobt innovative Lösungen in Bezug auf die sozialen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen in der Welt.
ECEF integriert dabei die neuesten Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung, wie bspw. der Hirn- und Genforschung. ECEF kooperiert mit ExpertInnen aus der Erziehungswissenschaft, der Linguistik, der Kognitionsforschung und Neurobiologie, Pädagogik, mit JuristInnen, PsychologInnen, SoziologInnen und PolitikwissenschaftlerInnen. ECEF organisiert Ausstellungen (z.B. “Alle verwandt, alle verschieden”), Fortbildungen (reThink!), Projekte (Young Civic Radio –Europe), Seminare, Vorträge, Events, Coachings und produziert Internetpublikationen. Das implizit soziale Lernen ist eine Weiterentwicklung der Erkenntnisse des Pädagogen John Dewey und ist mit dem PSHE Konzept, das neuerdings in England eingeführt wurde, vergleichbar.
Ziele der European Civic Education Foundation:
Mitwirkung am Aufbau einer europäischen Öffentlichkeit durch die Mitwirkung an internationalen Projekten zum „Lebenslangen Lernen“, der Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die Entwicklung eines Europäischen Referenzrahmens für Civic Education (Standards für “Politische Bildung”) und Gründung eines Europäischen Kompetenzzentrums für Civic Education (Demokratiepädagogik).
Wer kann bei der European Civic Education Foundation mitmachen:
Grundsätzlich kann sich jede Person an ECEF beteiligen. ECEF ist ungebunden, parteilos und operiert unabhängig von anderen Institutionen. Jedes Mitglied hat die Menschenrechte und die damit verbundenen demokratischen Gepflogenheiten zu respektieren. Ein Mitgliedsbeitrag wird nicht eingehoben. Die aktive Teilnahme an einzelnen Projekten wird jedoch erwartet.

Lehrplan Politische Bildung© 2009 www.bildungs.tv
Was haben wir im Kopf?© 2009 www.bildungs.tv
Nur wenigen Menschen sind die Zusammenhänge bewusst, die besagen, dass der Erwerb Politischer Bildung und Lebenserfolg (Work-Life-Balance) unauflösbar miteinander verknüpft sind. Bisher bemüht man sich in den Schulen durch Wissenserwerb, bzw. über das Erlernen staatlicher Strukturen und historischer Ereignisse Politische Bildung (“policy, politics und politiy“) zu generieren. Diese Methoden blieben aber, was das Verständnis und das Verhältnis der Bürger zur Politik anbelangt, weil nicht gehirn- bzw. altersgerecht, relativ erfolglos. Zuletzt versuchte man in Österreich ein so genanntes Kompetenzlernen einzuführen, ohne dabei zu beachten, dass die gewählte Vorgangsweise genauso linear und von oben herab erfolgen wie bisher. Ähnlich wie beim Frontalunterricht ist deshalb ein Lernerfolg eher auszuschließen, da dieses konventionelle Lernen nicht der natürlichen Informationsverarbeitung eines Menschen entspricht.
Wie man es richtiger machen könnte, zeigt das Projekt Young Civic Radio-Europe (siehe Foto rechts). Das Projekt hat die Erkenntnisse der modernen Kognitonswissenschaften zur Arbeitsgrundlage.
Das handlungsorientierte, implizite, soziale, autonome, nonlineare, interkulturelle Lernen steht dabei im Vordergrund. Was so kompliziert klingt, hat dennoch eine handfeste Basis; es ist damit ein ganz natürliches Lernen gemeint, das unmittelbar mit einem Sinnbezug versehen ist.
Das mit dem mangelnden Lernerfolg überrascht nicht, weil sich kaum Erziehungswissenschaftler, Psychologen, Verhaltens- und Kognitionsforscher, sondern primär ZeithistorikerInnen mit der Agenda Politischer Bildung auseinandergesetzt haben. Es fehlt vor allem ein multi, bzw. intradisziplinärer Zugang. Denn gerade in der Frage der Lebensgestaltung und der Gesellschaft, geht es um den ganzen Menschen. – Das Ganze ist schließlich weit mehr als nur die Summe seiner Teile, das wusste schon Aristoteles. Das zu ignorieren, an dieser Misere kranken weitgehend die meisten europäischen Schulsysteme, daran krankt weitgehend unsere Gesellschaft. Deshalb wird vorwiegend selektiv, also in Kategorien (Gegenständen) gedacht, was zwangsweise zu Irrtümern führen muss. Der wohl größte Irrtum Politischer Bildung ist dessen pädagogische Umsetzung als sogenanntes Lernfach, bzw. Demokratie als etwas auf diese Art Erlernbares darzustellen.
Was aber sind die Gründe für diese Unkenntnis, bzw. was kann man tun, um die Situation insgesamt zu verbessern? Da nicht nur im Internet die versteckten und offenen Aggressionen gegen die Schwächeren in der Gesellschaft stark zunehmen, ist es nahezu eine Pflicht, aufklärend und mit Lösungsmodellen dagegen aktiv zu werden.
Die Wurzel des Faschismus, also das Unterdrücken (manipulieren, instrumentalisieren, konditionieren) scheinbar oder offensichtlich Unterlegener ist in uns allen angelegt. Öfter als es uns bewusst ist, greifen ein jeder von uns auf die sog. „Machiavellische Intelligenz“ zurück, die anderen Menschen in der Folge das Leben schwer macht. Mobbing und Korruption sind also aufs engste damit verbunden. Was im Alltag im Einzelfall meist nur geringe Schäden anrichtet, summiert sich und führt dann und wann zu den großen Verletzungen und Zerwürfnissen, die eine ganze Region, ein ganzes Land in seiner Entwicklung zurückwerfen können. Die Diktaturen und autoritären Regime, das Unrecht und der Terrorismus beginnen nämlich immer in uns selbst; spätestens dann, wenn wir uns nicht entschieden genug dagegen wehren. Es gilt diese Zusammenhänge zu erkennen, weil nur dann eine friedlichere Welt, ein glücklicheres Leben konstruktiv gestaltet werden kann.
Entwicklungsbedingt steht für Jugendliche ihre berufliche Zukunft und die künftige Partnerschaft an erster Stelle. Sie können die Zusammenhänge zwischen politischer Erfahrung und Lebenserfolg noch nicht erkennen. Das schlechte Beispiel, das Erwachsene dabei meist vermitteln, ist für die meisten Jugendlichen eine willkommene Ausrede. Verschärft wird das Ergebnis weil Jugendliche naturgemäß zu kollektivem Verhalten tendieren, da sie sich davon einen gewissen Schutz versprechen. Wie verantwortungslos bspw. das “Wählen ab 16″ (in Österreich) in diesem Zusammenhang ist, weiß jede/r gute EntwicklungpsychologeIn zu deuten.
Warum sich aber auch sehr viele Erwachsenen nicht so gerne mit politischen Vorgängen beschäftigen ist ein weites Feld, das von den Medien gerne als Politikverdrossenheit bezeichnet wird. Genau genommen handelt es sich dabei um ein wenig entwickeltes Bewusstsein und um Wahrnehmungs- beschränkungen. Das führt dazu, dass man sich durch die Verdrängung und Ablehnung der Politischen Bildung in der Regel immer selbst im Leben benachteiligt. Soviel steht fest: die konventionelle Politische Bildung, so wie sie an Schulen und Institutionen gelehrt wird, verfehlt vielfach ihre Wirkung bei Teens und Twens – das bestätigen eigentlich alle relevanten Studien. Das ist auch der Grund warum wir lieber von Civic Education, also von Bürgerbildung, anstelle Politischer Bildung sprechen. Dabei stehen für uns die Schlagwörter von “civic knowledge, civic skills und civic attitudes” im Vordergrund. Was das genau bedeutet wird in der nächsten Rubrik “Civic Education” im Detail besprochen werden.
Die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen und analog, deren juvenile Aggressionen – werden unter dem Einfluss des globalen Wettbewerbs offensichtlich immer größer. Das ist auch der Grund, warum wir uns jetzt um eine grundlegende Reform bemühen, bei der nicht die Parteipolitik, sondern Civic Education und Demokratie als Lebensform der BürgerInnen im Vordergrund stehen.
Was die Bildungspolitik leider immer noch ignoriert ist, dass: Demokratie, bzw. demokratisches Verhalten, so wie das Sprechen, Schreiben und Lesen auch, immer erst langwierig erworben werden muss. Wir werden bekanntlich nicht mit diesen Fähigkeiten geboren. Politische Bildung funktioniert deshalb nicht als schulischer Gegenstand, sondern nur als allgemein angewandte Lebenshaltung, die immer nur ganzheitlich und im holistischen Kontext erfolgreich erworben werden kann. Erfolgreich kann man dabei überhaupt nur dann sein, wenn die Eltern kooperieren, soferne spätestens im Kindergarten damit begonnen wird.
Genaugenommen geht es bei – wie es uns die Kognitonswissenschaften und die Neuropsychologie bestätigen – um den Erwerb von Kompetenzen, was im schulischen Unterricht bisher kaum in der notwendigen Form vermittelt wurde. So gilt bspw. in Österreich das Unterrichtsprinzip Politische Bildung in den Schulen (das unseren Vorstellungen von Civic Education sehr nahe kommt). Dieses bemerkenswerte und für das lebenslange Lernen bestens geeignete Unterrichtsprinzip wird in der Praxis jedoch nicht nur von den LehrerInnen, sondern auch von den Schulcurriculas, der LehrerInnenausbildung und den Schulbüchern in seiner geforderten impliziten Form weitgehend ignoriert.
Mit Civic Education verbindet sich nämlich eine ganz andere Qualität, als mit der sog. Politischen Bildung. Sie ist die spannende Antwort auf die Frage wie sich das eigene Leben durch eine konstruktive Herangehensweise zufriedenstellend gestalten ließe. Dabei geht es um das lebenslange Lernen, genauso wie um Antworten wie man selbst einmal bspw. mit Kindererziehung, den eigenen Krankheiten, mit Altersdemenz, aber auch mit Kunst, Kultur, Bildung, juristischen Belangen, oder den Folgen der Globalisierung, sinnvoll und problemlösend umgeht.
Politische Bildung, so wie sie in den deutsch-sprachigen Ländern, an den Schulen und in der Erwachsenenbildung seit dem Ende des 2. WK angewandt wird, hat eigentlich längst ausgedient. Das zeigt sich nicht nur im Alltag, bspw. durch die Zunahme des Mobbings an Schulen. Letzteres ist bei genauerer Betrachtung auch gar nicht verwunderlich, weil emotionsbezogenes (=vorpubertäres) Lernen, nicht auf linearem Weg, d.h. mittels auswendig zu erlernendem Content und Disziplinierung funktionieren kann.
Auch das Lernen in spielerischer (mimetischer) Form, die Erlebnis-, und die Betroffenheitspädagogik (bspw. Service Learning) bzw. PSHE (ins Deutsche übersetzt als “Schule zum Glücklichsein”) helfen da wenig, weil sie nur im seltensten Fall gehirngerecht vermittelt werden. Das gilt auch für die bereits erwähnten Kompetenzmodelle der Zusammenführung von kognitivem und kompetenzorientiertem Lernen. Leider ignorieren Medien, Bildungspolitik, die Lehrerausbildung und nicht zuletzt auch die PolitikerInnen diese Entwicklung, was u.a. dazu führt, dass das Vertrauen in Demokratie, den Rechtsstaat und die EU zusehend schwindet.
Das wurde durch die Wahlergebnisse – Stichwort: Rechtsruck, Populismus, Nationalismus – der letzten Jahre nicht nur in Österreich deutlich. Diese Entwicklung verhält sich dabei ähnlich wie sie durch die PISA Assessements im Rahmen der Schulbildung deutlich wurde. Was Pisa mit Politik zu tun hat? Nun, wer nicht versteht was er liest (Pisa zielt vor allem auf das Leseverstehen ab), versteht wahrscheinlich in letzter Konsequenz auch nicht, wen er an der Wahlurne mit politischer Macht ausstattet.
Was wir mit unserer Arbeit erreichen wollen, ist ein Beitrag für die Gestaltung einer friedlicheren Welt, die sich öffnet und sich dabei konstruktiven Lösungen zuwendet. Wir erachten es deshalb als unsere Aufgabe für eine Erneuerung veralteter Lebensmodelle einzutreten. Der Erwerb von Schlüsselkompetenzen als Ziel von Civic Education, entspricht unserem Bemühen um gesellschaftliche Aufklärung und Gestaltung. Wir fühlen uns deshalb:
den Menschen-, und Kinderrechten und dem Unterrichtsprinzip
Politische Bildung in den Schulen im Besonderen verpflichtet.
Ein Beispiel: Schulpausen stehen oft im ein Zentrum jugendlichen Mobbings. Das entwicklungsgenentische Programm zwingt uns nämlich zu kollektivem Handeln einerseits, zur permanenten Herstellung einer Rangordnung (Hack-ordnung) andererseits. Das Ergebnis sind stets kleinere oder größere Konflikte. Wie anders das im schulischen Alltag aussehen könnte, zeigt folgender Schnappschuss, aufgenommen in einer Pause an der bilingualen (De La Salle) Europaschule in Budapest, der besser als jeder langwieriger Text zeigt, was Sozialkompetenz einerseits und demokratisches Veralten andererseits sein kann.
Auf diesem Foto sieht man einen Grundschüler, der zwei weit ältere Schüler (die er vorher im projektorientierten Unterricht kennengelernt hatten) völlig unbefangen anspricht, wobei er sie um Rat fragt. Diese älteren Schüler, knien sich ganz automatisch nieder, um mit ihm auf Augenhöhe zu kommunizieren. Was auf dem Foto wie ein Zufall aussehen mag, ist letztlich das Ergebnis konsequenter Anwendung implizit sozialen, wie gehirngerechten Lernens: Ängste werden abgebaut, so ferne zuvor im Rahmen von Kommunikation Vertrauen hergestellt werden konnte. Bemerkenswert ist ein wichtiger Nebeneffekt: das Lernen wird dadurch nicht nur leichter, sondern vor allem nachhaltiger und kompetenzbezogener.
Wenn wir in Zukunft diese und ähnliche kommunikative Erfolge im Rahmen von Erziehung und Bildung verbreitern wollen, weil sie die Grundlage für nie wieder Krieg bedeuten, benötigt es:
- eine rundum veränderte Ausbildung für alle pädagogisch tätigen Menschen, in der Humanbiologie, Psychologie, Verhaltens-, und Kognitionswissenschaften einen zentralen Stellenwert haben
- völlig neue Ausbildungscurricula die analog Civic Education ins Zentrum rücken,
- ein “Soziales Jahr” für beide Geschlechter an der Schnittstelle zwischen schulischer Ausbildung und Beruf, sowie
- universitäre Basisausbildungen in Projektmanagement, Leadership und sozialem-interkulturellem Lernen
Michael Stanzer
H -1535 Budapest
Postafiok 712
Telefon: +36 -1- 2745896
www.civic-edu.eu
www.ycr-e.eu
office(at)civic-edu.eu
Mitgliedschaft, Teilnahme oder Förderung:


ECEF Präsident























